Kammerfilterpresse

Die Kammerfilterpresse KFP oder Membranfilterpresse MFP dient zur Filtration von feststoffhaltigen Flüssigkeiten, Entwässerung von Trub oder Schlamm oder Waschen des Filterkuchens. Besonders gute Resultate werden mittels der Membranplatten erzielt, die durch Druckluft von innen her einen zusätzlichen Druck auf den Filterkuchen ausüben können. Die Kammerfilterpresse kommt generell in der Getränke- und Nahrungsmittelindustrie zum Einsatz und filtert beispielsweise schonend Saft und Wein.

Die Kammerfilterpresse ist in folgenden Ausführungen erhältlich:

  • wahlweise Ausstattung mit Membran- oder Kammerplatten
  • wahlweise als Clean-System für einen hermetisch abgeschlossenen und aseptischen Filter
  • oder mit traditionellen Durchstecktüchern

Konstruktion

Standardausführung der Filter KFP und MFP

  • freitragendes Filtergestell aus Edelstahl
  • wahlweise Ausstattung mit Membran- oder Kammerplatten aus PP
  • komplett mit Schlauch- oder Kolbenpumpe zur Beschickung
  • Trockenlaufschutz und elektrische Schaltautomatik
  • Druckausgleichsbehälter und erforderliche Armaturen
  • manuelle oder elektrohydraulische Anpressung
  • bei Membranplatten mit Druckluftanschluss

Filterelemente

Wir bauen die für Sie optimale Presse nach Wunsch für Labor, Technikum, Produktion und Betrieb.

Das Clean-System Typ KFP-C-tropffrei steht für einen außen sauberen, aseptischen Filter.

  • Die Filterplatte hat eine O-Ring-Randabdichtung, das Filterpaket dichtet hermetisch ab,so dass eine Tropfenwanne nicht erforderlich ist.
  • Die Filtertücher sind innerhalb der Platte befestigt; der bei Durchstecktüchern übliche gummierte Rand entfällt.
  • Der Filter bleibt außen sauber und aseptisch.
  • Die Filterplatten werden in den Maßen ab Format 470 und größer hergestellt.
  • Membranplatten sorgen für eine 50prozentige Zeitersparnis und eine höhere Ausbeute der Flüssigkeit im Filterkuchen

Technische Details

Type KFP Kammern Anzahl Platten Stück Filterfläche ca. m2 Kammer- inhalt ca. l Maße l x b x h mm Gewicht kg
470/I 10 9 3,4 45 2200 x 890 x 1300 450
470/II 20 19 6,8 90 2450 x 890 x 1300 535
470/III 30 29 10,2 135 3300 x 890 x 1300 620
470/IV403913,61803850 x 890 x 1300710
630/I1095,9802560 x 1060 x 1550945
630/II201911,81603130 x 1060 x 15501150
630/III302917,72403700 x 1060 x 15501325
630/IV403923,63204270 x 1060 x 15501500
630/V504929,54004840 x 1060 x 15501675
630/VI605935,44805410 x 1060 x 15501850
800/II2019213043055 x 1250 x 16002860
800/III302931,54563665 x 1250 x 16003095
800/IV4039426084325 x 1250 x 16003525
800/V504952,57604985 x 1250 x 16003970
800/VI6059639125645 x 1250 x 16004415
800/VII706973,510646305 x 1250 x 16004850
800/VIII80798412166965 x 1250 x 16005305
800/IX908995,513687505 x 1250 x 16005850
800/X1009910515208015 x 1250 x 16006305

Verfahren

Schlammentwässerung und Trubverarbeitung

Der zu entwässernde Schlamm oder Trub wird mit einer geeigneten Pumpe (Kolbenpumpe, Schlauchpumpe, Kolben-Membran-Pumpe usw.) in die durch Rahmen oder Platten gebildeten Kammern gepumpt.

Geeignete Filtertücher sorgen für die Trennung der ungelösten Bestandteile von der Flüssigkeit. Dieser Trennvorgang kann durch Druckveränderung oder auch durch Konditionierung von Flockungsmitteln bzw. Filterhilfsmitteln verbessert und beschleunigt werden. Einen besonderen Vorteil bieten die Membranplatten, die durch Luftdruck von innen her einen zusätzlichen Druck auf den Filterkuchen ausüben können, zum Erreichen von höheren TS-Gehalten und eines schnelleren Filtrationszyklus.

Filtration

Flüssigkeiten mit geringerem Feststoffanteil können filtriert werden. Ein Zudosieren von Filterhilfsmitteln ist dann erforderlich, wenn die zu entfernenden Feststoffe keine Eigenfiltrationswirkung haben und sich stark verdichten.

Waschvorgang

Aus zuvor entwässerten Feststoffen werden durch Zuführung besonderer Lösungsmittel, welche darin enthaltene Bestandteile lösen können, zu gewinnende bzw. unerwünschte Stoffe herausgewaschen. Die hierfür verwendeten Platten bzw. Rahmen haben besondere Waschmittelkanäle.
Zwei stabile Enddeckel im Format der Filterplatten bilden zusammen mit Tragholmen und Traverse das Filtergestell, das in Stahl gefertigt und wahlweise mit Edelstahl oder Kunstharz verkleidet wird.
Das Filterpaket, bestehend aus Kammerplatten oder Rahmen mit den Tüchern wird durch hydraulischen Verschluss per Hand oder elektromechanisch zusammengepresst. Armaturen und Leitungen werden in dem Medium entsprechenden Materialien (Edelstahl, Kunststoff, stahlverzinkt usw.) ausgeführt.

Filterplatten und Rahmen sind in allen gängigen Größen (siehe Tabelle) und Materialien (Stahlguss, Aluguss, Kunststoffe, Edelstahl usw.) mit dem je nach Aufgabenstellung erforderlichen Kanalsystem lieferbar.

Die Beschickungseinrichtung wird je nach Pumpfähigkeit und den erforderlichen Druckverhältnissen ausgewählt, wobei eine Vollautomatisierung für alle Arbeitsabläufe möglich ist (Beschickung, Entleerung, Stofftransport, Reinigung, Waschvorgang, Abpressvorgang, Sicherheitseinrichtung).

Arbeitsweise bei Hefe- und Trubfiltration:

a) mit Normalplatten

Durch die angebaute Schlauchpumpe wird der Trub in die durch die Filterplatte mit Tuch ausgebildete Filterkammer gedrückt.
Druckbehälter mit Luftpolster sorgen für den kontinuierlichen Filtrationsverlauf nach Abschalten der Pumpe bei 10 bar.
Bei 8 bar schaltet der Druckwächter die Pumpe automatisch wieder ein. Das Filtrat wird über den unteren Sammelkanal abgeführt. Nach einigen Stunden Filtrationszeit kann der Filter geöffnet werden. Zwischen den Tüchern hat sich ein fester Kuchen gebildet. 

b) mit Membranplatten
(jede 2. Platte ist eine MP)

Zunächst arbeitet der Filter wie mit Normalplatten. Bereits kurze Zeit nachdem die Kammern gefüllt sind, werden die Membranplatten mit Druckluft beschickt und Restflüssigkeit abgedrückt. Der Filterkuchen ist in kürzester Zeit trocken und kann entfernt werden. Die Filtrationszeit reduziert sich auf einen Teil der Normalzeit. Der gesamte Vorgang kann vollautomatisch gesteuert werden.

Arbeitsweise bei Kieselgurfiltration:

Der Filter wird wie ein Schichtenkieselgurfilter verwendet. Die Pumpe (Einlauf zentral) kommt nicht zum Einsatz. Stattdessen werden eine separate Pumpe und ein Kieselgurdosiergerät vorgeschaltet. Die Anschwemmung erfolgt direkt auf die Filtertücher. Das Filtrat läuft über den oberen Sammelkanal ab.

Bei Verwendung von Membranplatten kann der Kuchen nachgepresst und trocken herausgenommen werden.

Ihr Kontakt

Katrin Ruf

Katrin Ruf
Vertrieb  Wein und Getränke
Tel. +49 (0) 151  62 84 07 71
k.ruf@strassburger-filter.de

Downloads