Mit der Kanzlerin im Reich der Mitte

Strassburger Filter Geschäftsführerin Julia Schnitzler mit Angela Merkel in China

Im Rahmen der 4. Deutsch-Chinesischen Regierungskonsultationen, die vom 12. bis 14. Juni in Peking stattfanden,  wurde Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht nur von sechs deutschen Ministern, darunter Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), und mehreren Staatssekretären begleitet sondern auch von einer 20-köpfigen Delegation aus hochkarätigen Vertretern der deutschen Wirtschaft. Mit dabei: Julia Schnitzler, geschäftsführende Gesellschafterin von Strassburger Filter aus Westhofen sowie Siemens-Vorstand Joe Kaeser, Carsten Spohr, Lufthansa, Harald Krüger, BMW und Thomas Enders von Airbus.

Schnitzler nahm unter anderem an der Unternehmersitzung des Deutsch-Chinesischen Beratenden Wirtschaftsausschusses in der Großen Halle des Volkes in Peking teil (s. Foto). Im Anschluss an die Beratungen, in denen es unter anderem um den Marktwirtschaftsstatus Chinas und die Überkapazitäten in der Stahlproduktion ging, wurden insgesamt 12 Regierungsabkommen im Beisein der Bundeskanzlerin und des Chinesischen Ministerpräsidenten, Li Keqiang, unterzeichnet.

China spielt eine immer größere Rolle für die Weltwirtschaft. Das weiß auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und betonte, dass die Reise dazu beitrage, auf der einen Seite die deutsch-chinesische Kooperation zu stärken, auf der anderen Seite Interessensunterschiede nicht unter den Tisch zu kehren. Sie wolle deutlich machen, "welchen Nutzen wir davon haben, dass unsere großen und mittleren deutschen Unternehmen in China tätig sein können", sagte Merkel. "Das sichert auch für uns Arbeitsplätze". 

Auch für Strassburger Filter spielt China eine sehr wichtige Rolle in der Unternehmensentwicklung. Seit 2012 unterhält das Unternehmen bereits ein Vertriebsbüro in Shanghai. Im vergangenen Jahr konnte dort bereits einer der  größten Einzelaufträge in der Unternehmensgeschichte akquiriert werden. Weitere Aufträge befinden sich in der Pipeline. Die von Strassburger Filter individuell hergestellten Filtrationssysteme werden vor allem in der Pharmaindustrie und Biotechnologie eingesetzt. Hier spielen sie bei der Gewinnung von einzelnen Proteinen, aus denen später Arzneimittel hergestellt werden können, eine  entscheidende Rolle.

Das 1919 von Hermann Strassburger gegründete Unternehmen wird von Julia Schnitzler bereits in der 4. Generation  geleitet. Ursprünglich stand die Herstellung von Filterapparaten im Mittelpunkt, die zunächst im Weinbau, später auch in der Fruchtsaft- und Essigindustrie zum Einsatz kamen. Inzwischen konnten zahlreiche neue Anwendungsfelder erschlossen werden. So stehen heute neben der Getränkeherstellung insbesondere Spezialanwendungen für die Pharmaindustrie im Vordergrund. Mit patentierten Filtrationssystemen zur Blutplasmafraktionierung ist der „Hidden Champion“ aus Rheinhessen mittlerweile weltweiter Marktführer. Damit werden einzelne Proteine aus menschlichem Blut gewonnen, um Arzneimittel herzustellen, die zur Behandlung lebensbedrohlicher Erkrankungen eingesetzt werden.